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Betrunkener Dachs „breit wie eine Amsel“
GROSS DÖHREN. Ein benebelter Dachs hat auf der Kreisstraße 32 einen Polizeieinsatz ausgelöst. Nach Angaben der Ordnungshüter meldete in der Nacht zu Mittwoch ein Autofahrer, er habe auf der Straße zwischen Hahndorf und Groß Döhren einen toten Dachs gesichtet. Als eine Funkstreife am Fundort eintraf, saß der Dachs unverletzt mitten auf der Straße, stierte die Beamten an und weigerte sich, seinen Platz zu räumen.
Als Grund für das sture Verhalten des Tieres ermittelten die Beamten einen Kirschbaum, dessen überreife Früchte der Dachs vernascht hatte. In seinem Magen waren die Kirschen zu Alkohol vergoren und versetzten das Tier in einen Zustand fortgeschrittener Fröhlichkeit. Das Tier war „breit wie eine Amsel“, notierten die Beamten in ihrem Bericht. Seine Mahlzeit bescherte dem berauschten Dachs zudem kirschkernhaltigen Durchfall. Die Polizisten überzeugten ihn schließlich mit einem Besen, die Fahrbahn zu verlassen und seinen Rausch auf der Wiese neben der Straße auszuschlafen. „Ob es aufgrund seines Zustandes zu Eheproblemen kam, konnte bis Dienstende nicht geklärt werden“, fügten die Einsatzkräfte süffisant an. „In unserem Bereich war es meines Wissens das erste Mal, dass ein betrunkenes Tier so einen Einsatz verursachte“, erklärte Michael Ahrens, Sprecher der Polizeiinspektion Goslar. Ganz anders sieht das in Skandinavien aus – dort liest man des öfteren Meldungen von herumtorkelnden Elchen, denen vergorene Beeren zum Schicksal geworden sind.
© Goslarsche Zeitung |
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