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发表于 2004-11-24 22:12
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Selbstbildnis, 1926-36
Wenn man der Kollwitz einmal die Frage gestellt hätte, weshalb sie so oft sich selbst gezeichnet habe, so hätte sie wahrscheinlich lächelnd geantwortet: "Darüber habe ich nie nachgedacht. Ich bin keine Kunstwissenschaftlerin, auch kein interessierter Laie, sondern selber ein Künstler, der häufig Selbstbildnisse gemalt hat. Warum ich dies getan habe? Eine Antwort darauf kann ich kaum geben, wollte ich keine ausgeklügelte Deutung vortragen. Sicher geschah es in einigen Fällen, weil ich mich selbst in einer günstigen Situation als Modell nahm.
Das Phänomen der Selbstdarstellung hat wohl mit den rund hundert, in nahezu fünf Jahrzehnten gemalten, radierten oder gezeichneten Selbstbildnissen Rembrandts eine einzigartige Ausprägung erfahren. In ihnen erforschte der Maler sich selbst. Diese Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, das Erforschen der Wahrheit im eigenen Antlitz kennzeichnet auch die Selbstdarstellungen der Käthe Kollwitz. Die Selbstbildnisse Rembrandts zeigen uns, wie sehr die Selbstdarstellung über die künstlerische Leistung hinaus die Möglichkeit bietet, etwas vom Wesen und Aussehen ihres Schöpfers zu erfahren, scheint es doch sicher, daß jener in den Stunden, wo er sich selbst von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht und mit sich allein ist, sein Innerstes mit einer oft fanatischen Ehrlichkeit zu ergründen sucht. Diese absolute Ehrlichkeit spricht auch aus den Selbstbildnissen der Käthe Kollwitz.
Otto Nagel |
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